In Rom ist gut Kirschen essen!

In Rom ist gut Kirschen essen!

Endlich Kirschsaison! Auf den römischen Märkten liegen jetzt Berge von tiefroten Kirschen. Schön knackig, saftig und süß. Meistens sind es die Sorten Ferrovia und Ravenna.

Die Kirsche und die Eisenbahn

Ferrovia heisst zu Deutsch Eisenbahn. Der erste bekannte Baum dieser Kirschsorte wurde nämlich 1935 in der Nähe der Eisenbahn gleise bei Sammichele di Bari in Apulien entdeckt. Die Geschichte will, dass er jahrlang liebevoll vom Bahnwärter Giorgio Rocco gepflegt wurde.

Die Sorte Ravenna, benannt nach der Stadt in der Emilia Romagna,  ist eine der bekanntesten in Italien. Sie ist die die klassische römische Kirsche, die Cerasa de Roma,. Ihr Hauptanbaugebiet ist die Gegend um die Stadt Palombara Sabina, etwa 40 km nordöstlich von Rom, weshalb sie auch Ravenna della Sabina heisst.

Ein Fest für die Kirsche

Die Cerasa de Roma wird zwischen Mai und Juni per Hand geerntet und seit 1933 jährlich mit einem Kirschfest gefeiert. Es gilt als eines der ältesten Volksfeste Europas und heißt Sagra delle Cerase

Eine sagra ist ein Volksfest mit religiösem und landwirtschaftlichem Hintergrund. In sehr vielen italienischen Ortschaften werden Schutzpatrone, die Ernte oder lokale Produkte gefeiert. Meistens dauern diese Feste ein paar Tage, mit Musik, Tanz und Prozessionen.

Die Tradition der sagra (vom lateinischen sacer, sacrum) geht auf das antike Rom zurück. Damals ging es vor allem um die Gemeinschaft des Menschen mit den Göttern, weshalb vor den Tempeln Speise- oder Tieropfer zelebriert wurden. Viele Elemente haben sich bis heute erhalten, wie die festlichen Umzüge, das Schmücken von Tieren und Karren.

 In Palombara Sabina gibt es Mitte Juni einen karnevalsähnlichen Umzug. Die Wagen dafür werden mit viel Ehrgeiz und Einsatz geschmückt. Die Tradition will, dass  frisch gepflückte Feldblumen und Kirschen verwendet werden

Auch Ohren lassen sich übrigens festlich schmücken. 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Kirschsaison!

A presto!


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