Detox auf römisch

Detox auf römisch

Kennen Sie dieses Verlangen nach gesundem Essen im Januar? Es ist eventuell eine Reaktion auf Weihnachten. Da kommt Fenchel wie gerufen.

Vom Fenchel gibt es drei Varianten: Gewürzfenchel, Wilden Fenchel (Bitterfenchel) und Knollenfenchel (Gemüsefenchel).

Auf den römischen Märkten liegt zur Zeit Knollenfenchel, denn er hat hier im Winter Saison.

 

Non lasciarti infinocchiare!

Beim Fenchel kommt es auf die Frische an, deshalb aufgepasst beim Fenchelkauf – non lasciarti infinocchiare!

Der italienische Ausdruck lasciarsi infinocchiare bedeutet das soviel wie ‘übers Ohr gehauen’ werden.

Angeblich gaben früher schlaue Schankwirte ihren Gästen ein Stück Fenchel zu essen, bevor sie ihnen sauren Wein servierten. Das dominante Fenchel Aroma überdeckte den Geschmack des minderwertigen Weines. 

Un bel maschio, per favore!

Weibliche und männliche Fenchelknolle

Beim Einkaufen auf dem Markt habe ich gelernt, die besten Knollen auszuwählen.

Zuallererst achte ich auf das grüne Kraut, es muss frisch-grün und prall aussehen, nicht bräunlich und welk.

Dann wähle ich die Form aus. Hier wird zwischen zwei Fenchelarten unterschieden, die als weiblich (femmina) oder männlich (maschio) bezeichnet werden.

Sogenannte weibliche Fenchelknolle

Die sogenannte weibliche Knolle ist länglich, etwas faserig und wird meist zum Schmoren, Dünsten oder Überbacken verwendet.

Sogenannte männliche Fenchelknolle

Die sogenannte männliche Fenchelknolle dagegen ist kugelförmig, fleischiger und weniger faserig. Der maschio ist knackig, hat schneeweißes Fleisch, schmeckt leicht süßlich und am allerbesten roh. Dafür muss die Knolle allerdings ganz frisch sein.

Es gibt übrigens keine weiblichen oder männlichen Knollen, die Form hängt von der Art der Saat ab. Der Rest ist einfach Volksmund.

Wie essen wir Fenchel in Rom?

Fenchel ist im Mittelmeerraum weit verbreitet. In der italienischen Küche wird grundsätzlich alles davon verwertet: Knolle, Blätter, Blüten und Samen. Er wird geschmort, überbacken, blanchiert, zum Würzen verwendet oder einfach roh verzehrt.

Zum Beispiel nach dem Essena fine pasto –  zur Erfrischung.

Für das pinzimonio, eine Vorspeise aus rohem Gemüse,  werden Fenchelschnitze in eine Tunke aus Olivenöl gedippt. Richtig römisch heißt das cazzimperio.

Ich habe den Fenchel hier vor allem in winterlichen Salaten lieben gelernt, zum Beispiel mit Minze, Radicchio, Oliven, schwarzem Pfeffer, Walnüssen, trockenen Tomaten, oder Parmesankäse.

Der absolute Klassiker ist im Winter insalata di finocchio e arance. Ursprünglich stammt der Orangensalat mit Fenchel aus Sizilien, die Heimat der Orangen. Deshalb schmeckt er auch am besten mit sizilianischen Blutorangen, die im Winter Saison haben.

Diesen Salat habe ich in Rom kennengelernt, seitdem ist er mein Favorit – das Rezept lesen Sie hier.

A presto!


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