Giovinas panzerotti

Giovinas panzerotti

Zu Weihnachten bringt mir meine Nachbarin Giovina immer ihre selbstgemachten panzerotti. Durch sie habe ich dieses Weihnachtsgebäck mit Kichererbsenfüllung erst kennengelernt.

Ein Denkmal für Giovina

Meine Nachbarin Giovina ist 87. Sie kauft jeden Tag auf dem Markt ein. Immer in einem  selbstgenähten Kleid und mit einer Perlenkette am Hals. Sie ist sehr resolut und etwas raubeinig, hat aber einen weichen Kern.  

Ein halbes Jahrhundert war sie mit Leib und Seele Krankenschwester in einem der ältesten Krankenhäuser Roms. Sie war nie verheiratet. Bereut hat sie nur, keinen Führerschein gemacht zu haben. Das hat sie mir kürzlich anvertraut.

MittIags sitzt sie in ihrem Wohnzimmer voller dunkler Möbel und stickt, während nebenbei eine Nachmittagsshow im Fernsehen läuft. Ihr erstes Gehalt steckt in dem gläsernen Leuchter über dem Esstisch. Darauf ist sie richtig stolz. 

Meistens treffe ich sie mit vollgeladenen Einkaufstaschen vor der Haustüre. Die trage ich ihr natürlich schnell die zwei Stockwerke nach oben, das ist Ehrensache. Sie ist mir dafür sehr dankbar und bringt mir zur Weihnachtszeit immer einen Teller ihrer köstlichen panzerotti.

Kleine Bäuchlein

Panzerotti sind gefüllte Teigtaschen, die frittiert oder gebacken werden. In dem Namen steckt das italienische Wort panza (Bauch), weil sie wie kleine Bäuchlein aussehen.

Süße panzerotti zur Weihnachtszeit sind in Süditalien Tradition

Sie enthalten viele feine Zutaten, wie zum Beispiel Zimt, Nelken, Schokolade, gekochten Most, Likör, Nüsse oder Mandeln. Es gibt viele regionale Varianten.

Wie bei den deutschen Weihnachtsplätzchen werden auch diese Rezepte innerhalb der Familien vererbt.

Panzerotti aus Apulien – Giovinas Rezept

Panzerotti frisch aus dem Ofen, ohne Puderzucker

Sie brauchen

Teig

  • 250 g Mehl
  • 70 g Zucker
  • 90 g Butter
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • abgeriebene Schale von einer Zitrone 

Füllung

  • 100 g gekochte Kichererbsen (die gibt es im Bioladen schon gebrauchsfertig im Glas)
  • 100 g bittere Schokolade
  • 2 Esslöffel Orangenlikör (z.B. Cointreau)

Reichlich Puderzucker zum Bestäuben

So geht’s

Aus den Zutaten für den Teig in einer grossen Schüssel eine Kugel kneten und 30 Minuten lang ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die gekochten Kichererbsen pürieren und mit der Schokolade mischen. Im Wasserbad zu einem Brei werden lassen und dann den Orangenlikör daruntermischen.

Den Teig mit einem Küchenholz auf einer bemehlten Oberfläche auswalzen und mit einer runden Plätzchenform Kreise ausstechen.

Einen Klecks Kichererbsenmasse in die Mitte des Kreises geben und dann vorsichtig zu einem Halbmond falten. Die Ränder mit der Gabel andrücken. So entseht gleichzeitig ein dekorativer Rand.

Im vorgeheizten Backofen bei 180° etwa 25 Minuten backen.

Nach dem Abkühlen mit viel Puderzucker bestäuben … und genießen!

Cuscini di Gesù Bambino

In Giovinas Heimat Apulien heissen die weihnachtlichen panzerotti auch cuscini di Gesù Bambino, das bedeutet Kissen des Jesuskindes.

Sie werden mit reichlich Puderzucker bestäubt damit sie aussehen wie kleine weisse Federkissen.

Grazie Giovina!

A presto!


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