Bitte nicht wegwerfen!

Bitte nicht wegwerfen!

In meiner Obstschale liegen sehr dunkelbraune Bananen. Da ist Handeln angesagt.

Ab in den Kuchen

Zum Glück gibt es tolle Rezepte zur Wiederverwertung. Ich habe da einen richtigen Ehrgeiz entwickelt – bloß nichts wegwerfen! Schnell rühre ich einen Teig mit Bananen zusammen und ab in den Ofen damit.

Mein Bananenkuchen passt perfekt zum Thema, denn am 5.2.2022 war in Italien der nationale Tag zum Thema Lebensmittelverschwendung.

Das ist Wahnsinn!

1,6 Milliarden Tonnen Essen werden jedes Jahr verschwendet. Das verursacht CO2 Ausstoß und den Verlust von Unmengen wertvollem Wasser.

1,4 Millionen Hektar Acker wird mit Essen bebaut, das nie gegessen wird. Das entspricht etwa einem Drittel der weltweiten Anbauflächen. Immer wieder werden dafür Wälder abgeholzt, dabei geht jedes Mal ein Stück biologische Vielfalt für immer verloren.

Teilweise werden die Lebensmittel schon auf dem Weg zum Verbraucher verschwendet.

Was kann ich täglich dafür tun, dass weniger Essen verschwendet wird?

Während der Kuchen im Ofen ist, lese ich die 15 Tipps der FAO.

15 Tipps mitten aus Rom

Nur drei Gehminuten vom Kolosseum entfernt weht die hellblaue Flagge der UN vor dem Gebäude der Food and Agriculture Organization (FAO).

Die 1945 gegründete Welternährungsorganisation ist die mit etwa 3.400 Mitarbeitenden weltweit größte und älteste Sonderorganisation der Vereinten Nationen und hat ihren Sitz seit 1951 in Rom.

Die FAO zählt zusammen mit dem Welternährungsprogramm (World Food Programme, WFP) und dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (Internationale Fund for Agricultural Development, IFAD) zu den drei in Rom ansässigen Landwirtschafts-/Ernährungsinstitutionen des VN-Systems.

  1. Iss gesund und nachhaltig

Oft ist der Alltag hektisch und Zeit zum Kochen fehlt. Gesund Essen muss aber nicht kompliziert sein.

Im Internet gibt es viele gesunde Blitz-Rezepte, die du zusammen mit deiner Familie und deinen Freunden genießen kannst.

  1. Kauf nur, was Du brauchst

Plane deinen Speiseplan. Mache eine Einkaufsliste und halte dich daran. Vermeide Spontankäufe.

Du wirst nicht nur weniger Essen wegwerfen, sondern auch Geld sparen!

  1. Schätze die inneren Werte

Schaue beim Essen nicht so sehr auf Äußerlichkeiten! Oft landet Obst und Gemüse im Müll, nur weil es nicht so schön aussieht.

Don’t worry – es schmeckt trotzdem! Verwende überreifes Obs für Smoothies, Säfte und Kuchen.

  1. Bewahre dein Essen richtig auf

Stelle das, was gegessen werden muss, im Kühlschrank nach vorne.

Verwende luftdichte Behälter, um Essen im Kühlschrank aufzubewahren.

  1. Verstehe die Etiketten

Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum sind nicht dasselbe!

Werden die jeweils richtigen Lagerungsbedingungen beachtet können Lebensmittel oft auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus gelagert und verzehrt werden.

Auf leicht verderblichen, verpackten Lebensmitteln muss ein Verfallsdatum anstelle eines Mindesthaltbarkeitsdatums angegeben werden.

Nach Ablauf des Verfallsdatums besteht eine Gesundheitsgefahr für Menschen durch Keime, die für Verbraucher nicht erkennbar sind. Daher dürfen Lebensmittel mit abgelaufenem Verfallsdatum nicht verkauft und sollten auch nicht mehr verzehrt werden.

Lies Etiketten auf Lebensmitteln und halte nach ungesunden Substanzen wie Transfette und Konservierungsstoffen Ausschau. Vermeide Produkte mit viel Zucker und Salz.

  1. Fange klein an

Bestelle kleinere Portionen oder teile große Portionen im Restaurant.

  1. Liebe deine Reste

Friere Essensreste ein oder verwende sie für andere Rezepte.

  1. Lass deinen Abfall arbeiten

Kompostiere deine Essensreste. So gibst du dem Boden Nährstoffe zurück und reduzierst deinen CO2-Fußabdruck.

  1. Achte dein Essen

Essen verbindet uns alle. Interessiere dich dafür, wo dein Essen herkommt und wie es gemacht wird.

Informiere dich und lerne die Bauern in deiner Gegend kennen.

10. Unterstütze kleine Betriebe

Kaufe lokale Produkte. Damit unterstützt du Kleinbauern und Erzeuger in deiner Nachbarschaft.

Kürzere Lieferketten sind außerdem gut für die Umwelt.

  1. Lass Fische Oberwasser haben

Iss Fisch, den es häufig gibt, wie Makrele und Hering, statt Kabeljau und Thunfisch.

Kaufe Fisch aus nachhaltiger Zucht.

  1. Spare Wasser

Ohne Wasser wächst nichts!

Spare Wasser im Alltag, wo es nur geht.  Mache zum Beispiel beim Zähneputzen den Wasserhahn zu.

  1. Schone Böden und Gewässer

Batterien, Farben, Chemikalien, Reifen, Arzneimittel und so weiter sollten nie im Haushaltsmüll landen!

Entsorge deinen Sondermüll korrekt. Damit schonst du Gewässer und Böden, denn dort kommt dein Essen her.

  1. Iss öfter vegetarisch

Iss einmal in der Woche eine Mahlzeit aus Hülsenfrüchten oder Getreidearten wie Quinoa.

  1. Teile dein Essen

Spende Essen bevor es verdirbt. Es gibt dafür Apps, die Erzeuger und Menschen in der Nachbarschaft verbinden.

So wird Essen verteilt statt weggeworfen.

Bananenkuchen

So, gerade hole ich den leckeren Bananenkuchen aus dem Ofen. Mhhh … wie das duftet.

Die Bananen habe ich mit dem Kuchen gerettet.

Punkt 12 in der Liste bin ich allerdings nicht gerecht geworden: kaufe lokale Produkte. Dazu gehören Bananen in Rom definitiv nicht.

Gut, ich kaufe wirklich sehr selten Bananen. Aber wenn es hin und wieder welche sein müssen, dann sollen sie auf keinen Fall im Müll landen.

Überreife Bananen schmecken übrigens wunderbar süß, weil sich durch die Reifung die Stärken in Zucker umwandeln.  Wenn Bananen ein paar braune Flecken auf der Schale oder eine schwarze Schale haben und innen matschig sind, dann sind sie noch genießbar!

Gute Nachrichten zum Schluss

In Italien wird im weltweiten Vergleich relativ wenig Essen weggeworfen. Es gibt hier viele tolle Rezepte zur Resteverwertung, die teilweise fester Bestandteil der italienischen Küche sind, wie panzanella und frittata di spaghetti.

Davon lesen Sie hier demnächst mehr.

 

A presto!

Mehr erfahren:

https://www.fao.org/fao-stories/article/en/c/1309609

https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/17_FAQ/FAQ_MHD/FAQ_MHD_node.html

https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/17_FAQ/FAQ_MHD/FAQ_MHD_node.html


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