3 typisch römische Durstlöscher

3 typisch römische Durstlöscher

Sommer in Rom! Das bedeutet beinhart heiße Tage.

Afrikanische Hochdruckgebiete bringen die Hitze in mächtigen Schüben aus der Sahara übers Mittelmeer. Die Namen dieser Hochs sind Programm: Lucifer, Charon, Nero und derzeit gerade Apocalypse.

Erste Hilfe bieten dann drei typisch römische Durstlöscher: cocomero, grattachecca e fontanella, also Wassermelone, Wassereis und Trinkbrunnen.

  1. Cocomero – Wasser zum Anbeißen

Wenn ich an Sommer denke, fällt mir als erstes Wassermelone ein. Früher habe ich in den Sommerferien riesige Melonenscheiben direkt am Strand verschlungen. Der Saft lief die Hände runter, es reichte ein Sprung ins Meer zum Abwaschen. Herrlich!

Heute kaufe ich jeden Tag ein Stück Wassermelone auf dem Markt. Eine ganze könnte ich beim besten Willen nicht tragen, sie wiegen um die 12 Kilo. Mit einem riesigen Messer schneiden die Verkäufer ihre Melonen auf. Ein Kennerblick reicht und sie wissen Bescheid: questa è zuccherina – diese ist zuckersüss!

In Rom heißt die Wassermelone Cocomero, seltener auch Anguria. Cocomero kommt aus dem lateinischen cucumis und bedeutet Gurke. Der Name Anguria wird mehr im Norden Italiens verwendet, kommt aus dem griechischen angoúrion und bedeutet ebenfalls Gurke.

Die saftige Melone gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und kommt ursprüngich nicht aus Italien sondern aus  Afrika. Dort deckte sie vor allem den Wasserbedarf der Menschen. Kein Wunder, denn Sie besteht zu über 90 Prozent aus Wasser. Ansonsten hat sie übrigens auch eine ganze Menge Vitamine – also ist sie richtig gesund!

Er Cocommeraro

Cocommeraro heißt der Wassermelonenverkäufer im römischen Dialekt. Es sind ganz einfache Stände oder Kioske an der Straße, wo nur Melonenstücke verkauft werden – in warmen Sommernächten sind sie beliebte Treffpunkte. In den letzten Jahren verschwinden sie leider immer mehr vom Straßenbild, aber es gibt noch einige davon.

2. Grattachecca – geschabtes Eis

Auch die Buden der grattacheccha, also Eisschaber sind selten geworden. Bei der Tiberinsel auf der Seite von Trastevere gibt es noch einen dieser grünen Kioske, wo Sie die typisch römische Spezialität bekommen.  

Grattachecca bedeutet geschabtes Eis.

In dem Wort grattachecca steckt das Verb grattare, also kratzen und checca, die Bezeichnung für den Eisblock im Dialekt. Lange bevor es Kühlschränke gab, wurden solche großen Eisblöcke zum Kühlen genutzt.

Von dem Eisblock kratzt der Verkäufer vor den Augen der durstigen Kunden mit einem Metallschaber in Sekundenschnelle Eis herunter. Den Schnee füllt er in einen Becher und gibt großzügig süßen Sirup drüber – zum Beispiel Grenadine, Minze, Sauerkirsche oder Orzata. Orzata bedeutet eigentlich Gerstenmilch, auch wenn in dem Sirup keine Gerste enthalten ist.   

Dann kommt ein Röhrchen hinein und fertig ist der Genuss!

3. Fontanelle – die großen Nasen

Wie Oasen in der Wüste stehen die römischen Trinkbrunnen mitten in der Stadt. Kristallklar, rein und kühl fließt Tag und Nacht frisches Quellwasser daraus.

In Rom gibt es davon 2500, alleine in der Altstadt sind es 200. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert, sind aus Gusseisen, etwa 120 cm hoch und haben ein gebogenes Rohr an der Vorderseite.

Dieses Rohr sieht aus wie eine Nase – naso auf Italienisch – weshalb sie hier liebevoll nasoni, also große Nasen gennant werden.

Vor einigen Jahren wurden wegen der großen Trockenheit im Sommer zeitweise einige nasoni abgestellt. Das war für uns hier ein Schock! Viele Römer haben Stammbrunnen – einen Schluck dort zu trinken, ist tägliche  Routine. Das Gluckern und Rauschen war an vielen Stellen auf einmal einer ungewohnten Stille gewichen.

Rom ohne seine nasoni? Undenkbar!

A presto!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.