3 Gründe warum Märkte glücklich machen

3 Gründe warum Märkte glücklich machen

Die Bestellung von der Bar gegenüber wird ausgeliefert

Meditieren finde ich gut, aber es klappt einfach nicht bei mir. Lieber gehe ich morgens zehn Minuten auf den Markt.

Meistens bin ich gegen 7h dort, bevor die anderen Stammkunden eintrudeln.

Die Händler bereiten um diese Zeit ihre Stände für den grossen Ansturm vor.

Während sie ihre Ware auslegen, scherzen und lachen sie. Ein Radio plärrt. Der Walnuss-Verkäufer singt. Marktfrauen schnippeln Gemüse. Das Mädchen von der Bar gegenüber bringt eine Runde caffè auf einem Tablett.

Irina schnippelt Paprika für die peperonata
Marktfrau beim Schnippeln von Gemüse

Ich geniesse diese geschäftige Stimmung, kaufe eine Kleinigkeit, halte einen Schwatz. Mit diesem Ritual fängt für mich der Tag entspannt an.

Märkte machen glücklich. Hier sind drei Gründe dafür:

Reden ist Gold

Parole, parole, parole – auf dem Markt wird gequatscht, gekakelt, geratscht. Hier ist alles Kommunikation, von der Auswahl über die Beratung bis zum Bezahlen.

Reden macht glücklich, wissen Psychologen. Eine Glücksexpertin rät: ‘Beginnen Sie ruhig auch mal ein Gespräch mit Fremden, das hebt die Laune’.

Der Nachbar am Gartenzaun, die neue Kollegin – mit wem haben Sie als letztes geklönt? Ich plaudere jedenfall gerne mit den römischen Hausfrauen. Sie sind ein unerschöpflicher Quell von Rezepten und Küchentipps.

Wichtige Neuigkeiten haben die Menschen früher vor allem auf den Märkten erfahren, sie waren sozusagen die sozialen Netzwerke von damals. Heute sind wir alle online, manchmal etwas zu viel. Für mich ist der Markt deshalb auch ein toller Ausgleich zu Skype, Zoom & Co.

Frisch aus der Region

Carla die Eierfrau hat mit ihrer neunzigjährigen Mutter eine Hühnerzucht ganz in der Nähe des Marktes. Ihre Hennen laufen dort auf einem riesigen Gelände frei herum.

Wie viele es sind verrät sie mir aus Aberglauben allerdings nicht. Als Glücksbringer kleben an ihrem Verkaufsstand kleine Marienkäfer.

Carla verpackt ihre frischen Eier liebevoll
Carla verpackt ihre frischen Eier liebevoll
Carlas Glücksbringer
Carlas Glücksbringer

Auch die Bauern auf dem Markt kommen aus dem Umkreis von Rom. Was sie am Vorabend ernten, liegt am nächsten Morgen auf dem Marktstand.

Sie verkaufen nur Obst und Gemüse der Saison. Es ist von der Sonne geküsst, reif und schmeckt köstlich.

Beim Einkaufen habe ich nebenbei gelernt, was wann gedeiht. Mein Speiseplan spiegelt mittlerweile die Jahreszeiten wieder. Im Winter kommen zum Beispiel keine Tomaten auf den Tisch.

Ein schöner Nebeneffekt: mit meinem Einkauf unterstütze ich die lokalen Kleinbauern und damit die ganze wunderbare Marktkultur.

Fest der Sinne

Meistens gehe ich einfach ohne Plan auf den Markt und lasse mich von Düften und Farben inspirieren. Der Essensgenuss fängt für mich schon beim Einkaufen an.

Sattgelbe Zucchiniblüten, violette Auberginen, knallrote Kirschen – das Auge isst mit.

Frische Auberginen auf dem Markt
Frische Auberginen
Sauerkirschen
Sauerkirschen

Auf dem Markt kommt auch der Gaumen zum Einsatz, denn probieren geht über studieren: schnell knackt ein Bauer eine Walnuss, schneidet einen Apfel auf oder gibt mir ein paar Trauben zum Kosten. So fällt die Kaufentscheidung dann ganz leicht.

Mein Markt – ti amo!

Oft bekomme ich eine Kleinigkeit geschenkt, eine Birne, ein paar Pflaumen. Das sind nette Gesten, die nicht selbstverständlich und dafür um so schöner sind.

Fazit: immer komme ich vom Markt mit guter Laune zurück. Pobieren Sie es auch mal – raus aus dem Supermarkt, rein ins pralle Leben. Es funktioniert garantiert!.

A presto!

Ps. Haben Sie einen Lieblingsmarkt? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen, schicken Sie ein Foto. Ich freue mich darauf!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.